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Die nordkoreanische Gruppe WaterPlum, häufig auch als Contagious Interview bezeichnet, kompromittierte nach Angaben einer gemeinsamen Behördenwarnung mindestens 30.000 Geräte in mehr als 100 Ländern. Die Angreifer sollen zudem Gelder und Zugangsdaten aus über 7.000 Krypto-Wallets entwendet und Kryptowährungen im Wert von mindestens 1,7 Milliarden Yen, umgerechnet rund 10,7 Millionen US-Dollar, nach Nordkorea transferiert haben.
Die Gruppe gibt sich als Arbeitgeber oder Personalvermittler aus und spricht vor allem Softwareentwickler, Web-Freelancer sowie Fachkräfte aus den Bereichen Kryptowährungen und Blockchain mit vermeintlich attraktiven Stellenangeboten an. Im Rahmen virtueller Vorstellungsgespräche oder technischer Aufgaben werden die Opfer aufgefordert, manipulierte Projekte, Dateien oder npm-Pakete herunterzuladen und auszuführen. Dabei kommen verschiedene Malware-Familien wie BeaverTail, InvisibleFerret oder OtterCookie zum Einsatz.
Nach erfolgreicher Infektion stehlen die Angreifer Browser-Zugangsdaten, Tastatureingaben, Screenshots, Ausweisdokumente sowie Seed Phrases und private Schlüssel von Krypto-Wallets. Die installierten Backdoors und Remote-Access-Trojaner (RAT) ermöglichen zudem dauerhaften Zugriff auf Unternehmen, für die die betroffenen Entwickler arbeiten. Nach einer separaten Untersuchung von Silent Push werden zudem Personen mit westlichem und lateinamerikanischem Hintergrund als Stellvertreter für Bewerbungsgespräche, Identitätsprüfungen und Zahlungsabwicklung rekrutiert.
Autor: Michael Niers