# FortiBleed legt Zugangsdaten für 74.000 Fortinet-Geräte offen

| KW 27

BEDROHUNG

Eine als „FortiBleed“ bezeichnete Datensammlung enthält Fortinet- und FortiGate-Zugangsdaten für 73.932 Firewall-URLs aus 194 Ländern. Sicherheitsforscher Bob Diachenko stieß auf einen Server, der Benutzernamen, E-Mail-Adressen und Klartextpasswörter von mehr als 21.000 eindeutigen Domains enthielt. Zusätzlich lagen dort Angaben zu Branche, Umsatz und Mitarbeiterzahl der betroffenen Unternehmen.

Weitere versehentlich veröffentlichte Dateien deuten laut Diachenko auf eine umfangreiche Kampagne einer russischsprachigen Gruppe hin. Diese führte demnach mehr als eine Milliarde Anmeldeversuche gegen über 320.000 FortiGate-Ziele durch, fing VPN-Authentifizierungs-Hashes ab und knackte diese über ein Cluster aus 45 GPUs. Die wiederhergestellten Zugangsdaten nutzten die Angreifer anschließend, um in interne Active-Directory-Umgebungen einzudringen. Unternehmen in Japan, Taiwan und der Türkei sollen so vollständig kompromittiert worden sein.

Eine Analyse von Kevin Beaumont legt nahe, dass die Daten aus exportierten Fortinet-Konfigurationen stammen; mehrere enthaltene Zugangsdaten ließen sich als authentisch bestätigen. Beaumont zufolge deckt die Sammlung ungefähr die Hälfte aller öffentlich erreichbaren Fortinet-Firewalls ab. Bei einem Großteil der Geräte war zudem das FortiGate-Management-Interface direkt über das Internet erreichbar. Wie die Konfigurationsdaten ursprünglich erbeutet wurden, bleibt unklar. Über ein Tool des Security-Anbieters Hudson Rock können Unternehmen prüfen, ob ihre Domain im Datensatz auftaucht. 

Was jetzt zu tun ist: 

  • Betroffenheit prüfen über das bereitgestellte Tool und die verfügbaren Analysen
  • Sessions beenden – alle SSL-VPN- und Admin-Sessions terminieren, wie von der CISA empfohlen
  • Passwörter rotieren, MFA aktivieren und Geräte auf unbefugte Zugriffe untersuchen

     

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Autor: Michael Niers

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