Sicherheitsmechanismen in 802.11b
Im 802.11b-Standard wird das Protokoll WEP (wired equivalent privacy)
mit 64-Bit Schlüssellänge definiert. Die 128-Bit-Version wird
WEP2 genannt. Einige Hersteller liefern nun auch Karten mit einer 256-Bit-Erweiterung
des WEP aus. Der Zugriff auf einen AP wird zudem über drei Arten
der Authentifizierung geregelt: open, closed und über MAC Adressen.
In der zweiten Variante wird der Shared Secret der WEP-Verschlüsselung
genutzt. In der dritten wird die MAC-Adresse der Karte als Basis genommen.
Eine Authentifizierung über die SSID - den Netznamen - ist kein Schutz.
Schwächen der Sicherheitsmechanismen und mögliche Angriffe
Noch werden viele Netze unverschlüsselt betrieben. Scheinbar wird
nicht bedacht, dass das Belauschen (Sniffing) einer drahtlosen Verbindung
viel leichter anonym geschehen kann, als in einem Kabelnetz. Leider bietet
auch die WEP-Verschlüsselung nicht genügend Sicherheit: Der
verwendete RC4-Algorithmus lässt sich durch bekannte Attacken aushebeln.
Zusätzliche Probleme machen fehlendes Schlüsselmanagement, Mangel
an Praktikabilität bei Filterung von MAC-Adressen und eine Designschwäche
des Protokoll zur "closed authentication". Über die Schwächen
im Standard hinaus gibt es weitere Angriffspunkte im WLAN:
1 |
_Die Positionierung eines eigenen unautorisierten APs kann als
direkter Angriff genutzt werden. Nichts ahnende Clients melden sich
bei dem AP und geben bereitwillig ihre Passwörter etc. preis. |
2 |
_Denial-of-Service-Attacken sind zusätzlich zu Methoden aus
der verkabelten Welt durch Störsender auf den entsprechenden
Frequenzen denkbar. |
3 |
_Weitere Angriffe können natürlich über physikalischen
Angriff zu einem Endgerät durchgeführt werden. Eine Absicherung
der Übertragung allein bietet keinen Schutz, wenn die Tunnelenden
nicht bewacht werden. |
Moderne Schutzmechanismen
Die Schwächen von WEP sind zugegeben, nun wird nach Verbesserungen
gesucht. Zur Zeit werden WEPplus und das Temporal Key Integrity Protocol
(TKIP) verwendet, um WEP sicherer zu machen. Diese Ansätze finden
sich in dem zur Zeit sich festigendem WPA (Wi-Fi Protected Access) Standard,
der später in den ultimativen Sicherheitsstandard IEEE 802.11i einfließen
soll. WPA ist schon in neueren Betriebssystemen und High-End-Hardware
implementiert, hat sich im Massenmarkt aber noch nicht durchgesetzt. Eine
starke Authentisierung kann über das Extensible Authentication Protocol
(EAP) erreicht werden. Die Authentifizierung läuft dann über
einen zusätzlichen Autentifizierungsserver, z.B. einen RADIUS- oder
Kerberos-Server. So ist eine Einbindung von SmartCards oder SecurIDs möglich.
Die aktuell zu bevorzugende Lösung zur Sicherung der Verbindung ist
ein VPN.
Hacking-Praxis, War-Driving
War-Driving nennt man das Erkennen und Markieren von (offenen) WLAN-Netzen
durch (wahlloses) Herumfahren mit entsprechender Scanner- und Sniffer-Software.
Meist ist dies die Freizeitbeschäftigung von Möchte-Gern-Hackern.
Die verfügbaren Tools zeigen jedoch die Reife dieses Sports. Die
besten Tools findet man für Linux, insbesondere, weil dort leichter
auf die Kartentreiber zugegriffen werden kann. Aber auch unter Windows,
auf PDAs mit PocketPC und Mac gibt es mehr oder weniger ausgereifte Werkzeuge.
Zusätzlich limitieren unterschiedliche Chipsätze auf WLAN-Karten
die Auswahl. Alle diese Tools dienen zum Auffinden von Access Points,
manche auch solche, die Mechanismen zum Verstecken verwenden. Einige können
die WEP-Verschlüsselung knacken und bieten GPS-Unterstützung
zum Aufzeichnen von Karten. Schutzmaßnahmen
Schutzmaßnahmen
Einzuplanende Schutzmaßnahmen
Folgende Schutzmaßnahmen sollten bedacht werden, wenn ein WLAN umstrukturiert
oder neu geplant wird:
1 |
_Es sollte ein VPN eingesetzt werden. |
2 |
_Eine Trennung von WLAN und lokalem Netz sollte durch eine Firewall
geschehen. |
3 |
_WPA und 802.11i sollten in die Planung mit einbezogen werden. |
Sofortmaßnahmen
Die folgenden Maßnahmen bieten zwar keinen unüberwindbaren Schutz, erschweren
den Zugriff aber bei nur sehr geringem Implementierungsaufwand.
1 |
_Als SSID sollten nichtssagende Kombinationen verwendet werden. |
2 |
_WEP-Verschlüsselung sollte aktiviert werden. |
3 |
_Die Authentisierung sollte als "open" konfiguriert werden. |
4 |
_Eine Filterung nach MAC-Adressen sollte stattfinden. |
5 |
_Die Aussendung der SSID sollte abgeschaltet werden. |
Schutzmaßnahmen für Clients
Ein drahtlos zugängiger Rechner sollte besonders abgesichert sein. Hier
sind also die - auch sonst geltenden - Grundregeln einzuhalten:
1 |
_Unnötige Freigaben sind zu schließen, unnötige Dienste/Protokolle
abzuschalten. |
2 |
_Auf dem Client sollte ein Virenschutz und eine Personal Firewall
installiert sein. |
Professionelle Hilfe
Neben den gelisteten Detaillösungen können IT-Berater der ConSecur weiterhelfen:
1 |
_Unnötige Freigaben sind zu schließen, unnötige Dienste/Protokolle
abzuschalten. |
2 |
_Hilfe bei der Absicherung des WLANs durch Authentifizierungsserver
und VPN |
3 |
_Aufbau oder Erweiterung eines Intrusion Detetcion Systems (IDS)
mit WLAN-Spezifika |
4 |
_Auditierung eines bestehenden Netzes
- Überprüfung bestehender Sicherheitsvorkehrungen,
- Suche nach unauthorisierten Access Points,
- Reichweitenüberprüfung bestehender Access Points,
- Anfertigung von Netz-Karten
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