Der PDA (Personal Digital Assistent) erhält
in immer mehr Unternehmen einen immer wichtigeren Stellenwert. Auch so
genannte Handheld-PCs (Mini-Laptops mit Tastatur) und Smartphones (Kombination
aus Mobilfunkgerät und Handheld-Organizer) fassen wir hier unter dem Überbegriff
PDA zusammen.
Ein Marktwachstum von 17 % pro Jahr bestätigt den Erfolg von Firmen im
Betriebsystem- und Softwarebereich wie im Bereich Endgeräte und Hardware.
Laut Gartner Dataquest teilen sich im Jahr 2002 Palm mit 55 %, Microsoft
mit 26 % den Betriebssystem-Markt. 19% entfallen auf andere Plattformen
wie Symbian, EPOC, Linux und Java. In Zukunft ist eine Zunahme des Symbian-Anteils
zu erwarten, da dieses verstärkt auf Mobilfunktelefonen eingesetzt wird.
EPOC erscheint ab Version 6 unter dem Namen Symbian, so dass sein Anteil
zugunsten des Nachfolgers verschwinden wird. Im Hardwaresektor profitieren
Compaq/HP, Handspring, Sony, Siemens und Nokia vom PDA-Boom. eTForecast
geht sogar für die nächsten fünf Jahre von einem jährlichen Wachstum der
weltweiten Absatzzahlen von konventionellen PDAs von über 23% aus. Für
Smartphones bzw. Phone-PDAs werden explosionsartige Zuwächse von 80% für
diese Zeit prognostiziert. Umfragen im Endkonsumentensegment belegen,
dass dem PDA zur Zeit ein stärkeres Interesse beigemessen wird als dem
PC, Laptop und Multimedia-Mobilfunkgerät.
Alle wichtigen Daten stets mit sich zu tragen, macht PDAs nicht nur immer
populärer, sondern ermöglicht Geschäftsabläufe effektiver zu gestalten.
Präsenz aller Informationen über gelaufene Aufträge bei einem Kunden,
ermöglichen stabileres Auftreten in Verhandlungen. Zugriff auf Spezifikationen
und aktuelle Preislisten sichern Seriosität im Verkaufsgespräch beim Kunden.
Andererseits muss nun auch der PDA mit in die Strategie zur IT-Sicherheit
einbezogen werden.
Die technische Weiterentwicklung der PDAs führt zudem zu größerer Aufmerksamkeit
der Hacker. Für sie gewinnt die Welt der PDAs an:
1 |
_Wert im geschäftlichen Sinne, |
2 |
_Anonymität, |
3 |
_Einfachheit. |
Nicht nur Adressen (von Kunden, Lieferanten und Wettbewerbern) werden
auf dem Gerät gespeichert, sondern auf Grund der Zunahme an Leistungsfähigkeit
und Speicherkapazität vermehrt ganze Office-Dokumente mit geschäftskritischem
Inhalt (Produktdaten, Preislisten, Partner-Korrespondenz). Wird Kontakt
zum Handy via Infrarot oder Bluetooth hergestellt, eine integrierte Smart-phonelösung
verwendet oder der PDA mit dem Unternehmensnetzwerk per WLAN verbunden,
ist der PDA online. Vertrauliche Firmendaten gelangen nun auch per E-Mail-Korrespondenz
und Online-Bankgeschäfte auf die Handfläche.
Der weltweit mögliche Zugriff
aus dem Internet durch völlig Fremde erhöht die Zahl und Anonymität der
potentiellen Angreifer. Die Zusammenarbeit von Herstellern von PDA-Gerät,
PDA-Software und Mobilfunkgeräten führt zu einer breiteren Standardisierung
in der Welt der "mobile devices". Immer mehr Handys weisen z.B. einen
Java-Interpreter auf. Web-Browser stehen mittlerweile nur noch in der
Größe des Displays ihren großen Brüdern auf Desktops nach. Einmal geschaffene
Hackertools sind damit häufiger verwendbar. Das Gelernte aus der PC-Welt
kann leichter auf Handhelds übertragen werden. Bei vielen Unternehmen, denen dies bewusst
ist, wird die Verwendung von PDAs im Unternehmensnetz aus Sicherheitsgründen
komplett verboten. Mit entsprechendem Aufwand ist es jedoch möglich, den
Zusatznutzen eines PDA mit angemessener Sicherheit dennoch auszuschöpfen.
Die Hauptbedrohung besteht im Verlust der Vertraulichkeit. Da ein BackUp
durch jeden Synchronisationsvorgang mit dem Desktop erzwungen wird, gehen
keine Daten verloren. Auch um die unbemerkte Veränderung der Daten muss
sich der Nutzer nur bei Online-Aktivität Gedanken machen. Das Unternehmen
sollte sich also vor den drei größten Gefahren schützen:
1 |
_dem Verlust oder Diebstahl eines PDAs bzw. der Einsicht durch Fremde |
2 |
_Online-Angriffen, E-Spionage und |
3 |
_Viren. |
Zu einer umfassenden PDA-Sicherheitsstrategie gehören Ansätze auf der
Organisations- und Produktebene. Organisatorisch sind dies:
A. |
_Policy: Eine IT-Sicherheitsstrategie kann in einem Unternehmen
nur mit einer Policy für Ihre Mitarbeiter umgesetzt werden. Diese
sollte PDA-spezifisch erweitert werden, so dass das gesamte PDA-Konzept
in die Unternehmenspolicy eingebettet ist. |
B. |
_Betriebskonzepte: Noch ist in der PDA-Welt jeder sein eigener
Administrator. Ziel eines Unternehmens muss es sein, die Administration
stärker zu zentralisieren und standardisieren. In Konformität mit
der PDA-Policy gilt es, die Installation neuer Software und die Verwendung
installierter zu kontrollieren. |
C. |
_Schulungen: Die Mitarbeiter müssen einerseits für das Sicherheitsrisiko
PDA sensibilisiert werden. Andererseits können wir den technischen
Umgang mit sicherheitsspezifischer PDA-Software den Nutzern wie den
Administratoren näher bringen. |